Die Jahre nach der Jahrtausendwende 2000 bis heute

Zum „Millennium“ 1999/2000 mussten sich die Ordnungskräfte, so auch die Feuerwehr mit dem Feiern zurückhalten. In Bereitschaft versetzt, besetzten die Feuerwehren, so auch der Löschzug Laggenbeck, die Gerätehäuser in den einzelnen Ortsteilen.

Grund für die Alarmbereitschaft war der Jahrtausendwechsel. Als besondere Problematik, wurde, befürchtet, dass Computersysteme älterer Bauart den Wechsel des Datums von 1999 zu 2000 nicht umsetzen können, bekannt auch unter dem Kürzel Y2K (Year 2 Kilo). Es hätte sein können, dass die Feuerwehr in Anspruch genommen würde, wenn zum Beispiel Wasser und Strom ausfielen. Aber alles blieb ruhig.

Im Jahr 2001 wurde Martin Kipker als neuer Stellvertreter von Löschzugführer Theo Blom bestimmt.

Das Jahr 2002 war für den Löschzug Laggenbeck ein Jahr mit vielen Einsätzen. Insgesamt 64 Einsätze wurden gefahren. Vom Fehlalarm bis zum Großbrand war alles vertreten. Alleine zwei Großbrände, der Brand des Bauhofes in Ibbenbüren sowie des Bauernhofes Steingröver in Laggenbeck mussten bewältigt werden.

2003 wurde die Wohnung des Gerätewarts frei und der Löschzug beantragte, die Wohnung nicht mehr mit einem Mieter zu belegen, um diese für eigene Zwecke umzubauen. Die Stadt stimmte dem Antrag zu und so wurde die Wohnung in Eigenleistung umgebaut.
Desweiteren wurde 2003 ein weiteres Mal ein Fahrzeugtausch vorgenommen. Aufgrund der altersbedingten Ausmusterung des Ibbenbürener Rüstwagens und des Laggenbecker LF 8, erhielt der Löschzug Laggenbeck die Löschgruppenfahrzeuge LF 16 und LF 16 TS aus der Stadtmitte.

Im Dezember 2005 konnte endlich ein Mannschaftstransportfahrzeug MTF in Dienst gestellt werden. Dabei handelt es sich um ein Gebrauchtfahrzeug, das von der Feuerwehr Ibbenbüren für diese Zwecke umgebaut und aufgerüstet wurde.

Durch die Unterstützung von Sponsoren bei der Beschaffung und durch Eigenleistung der Feuerwehr beim Ausbau ist es gelungen, ein äußerst zweckmäßiges und günstiges Fahrzeug zu beschaffen.

Das Jahr 2005 wurde für den Löschzug Laggenbeck das Jahr mit den meisten Einsätzen seit seiner Gründung im Jahr 1907. Insgesamt 87 Einsätze wurden gefahren. Ausschlaggebend dafür waren mehrere Unwetter. Erstmalig wurde im Kreis Steinfurt Katastrophenalarm ausgelöst, beim Schneechaos vom 25. November wurde, wie in vielen Städten und Gemeinden, das Gerätehaus ständig besetzt gehalten, um die unter der Schneelast abbrechenden Bäume von den Straßen und Stromleitungen zu räumen.

Der 5. Januar 2006 ist der Gründungstag der Jugendfeuerwehrgruppe des Löschzuges Laggenbeck. Unter der Führung von Dirk Attermeier, Manfred Elbers, Dennis Heckmann und Markus Schlüter begannen 13 Jugendfeuerwehrmänner ihren Ausbildungsdienst. Neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung gehören auch Ferienfreizeiten und Sonderdienste dazu.

 

Der schwärzeste Tag in der hier beschriebenen Laggenbecker Feuerwehrgeschichte ist der 13. Mai 2006. Bei einem Großbrand der Textilfabrik Kindermann in Ibbenbüren kam unser Kamerad Mario Kempker im Alter von 32 Jahren bei einem Einsatz unter Atemschutz im Gebäude ums Leben. An dieser Stelle gedenken wir nochmals unserem Kameraden Mario, der eine große Lücke hinterlässt.

Mario wir werden dich nie vergessen!

Am 29. Oktober 2006 musste der Löschzug Laggenbeck zu seinem zweiten Großbrand in diesem Jahr ausrücken. Der Löschzug wurde am Sonntagmorgen um 7:23 Uhr unter dem Stichwort „Brandmeldeanlage“ zur Firma Musik Produktiv gerufen, wie schon viele Male zuvor. Doch die ersteintreffenden Kräfte des Löschzug Laggenbeck fanden die Halle völlig verraucht vor und Flammen schlugen aus dem Hallendach.

Das Jahr 2006 endete für den Löschzug Laggenbeck mit insgesamt 32 Alarmierungen.

Das Jahr 2007 stand ganz im Zeichen des 100 jährigem Jubiläum des Löschzuges Laggenbeck. Nach einer fast einjährigen Planungsphase wurde vom 4. Mai bis zum 6. Mai im Freibad Laggenbeck gefeiert.

Neben dem Jubiläum wurde der Löschzug Laggenbeck zur 39 Einsätzen alarmiert.

Das Jahr 2008 brachte für den Löschzug Laggenbeck eine Änderung in der Führung des Löschzuges. Theo Blom stellte sein am Amt zur Verfügung und die Löschzugführerposition wurde neu vergeben. Als neuer Löschzugführer wurde der bisherige stellvertretende Löschzugführer Martin Kipker ernannt. Als sein Stellvertreter wurde Axel Wesselmann in sein Amt eingeführt.

Unter der neuen Führung bewältigte der Löschzug Laggenbeck 24 Einsätze im Jahr 2008. Im Jahr 2009 wurden 34 Einsätze abgearbeitet.

Im Jahr 2010 wurde der Löschzug Laggenbeck zu 30 Einsätzen alarmiert. Unteranderem auch zu einer überörtlichen Hilfe in Ochtrup. Nach starken Regenfällen war es im Ortsteil Langenhorst zu großen Überschwemmungen gekommen. Der Loschzug Laggenbeck und der Löschzug Stadtmitte stellten jeweils eine Gruppe sowie ein Löschgruppenfahrzeug, um die Kameraden aus Orchtrup abzulösen und bei der Beseitigung der Schäden zu unterstützen.

Das Jahr 2011 brachte einen erneuten Wechsel in der Führung des Löschzuges. Martin Kipker stellte sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung. Sein Nachfolger als Löschzugführer wurde Axel Wesselmann, der bisher das Amt des stellvertretenden Löschzugführers wahrnahm. Ihm wurde als Stellvertreter Adrian Mühlenkamp zur Seite gestellt.

Unter der neuen Führung arbeitete der Löschzug Laggenbeck 30 Einsätze ab. Darunter ein Dachstuhlbrand unweit des Gerätehauses an der Alstedder Straße, der die Kameraden vom frühen Mittag bis in den Abend hinein beschäftigte. Des Weiteren brannte es auf dem Bauernhof Löbke. Hier waren Arbeitsunterkünfte in Brand geraten. Durch den schnellen Einsatz aller vier Löschzüge der Feuerwehr Ibbenbüren konnte eine Ausbreitung des Brandes auf ein angrenzendes Stallgebäude verhindert werden.

Das Jahr 2012 war mit lediglich 24 Einsätzen ein eher ruhiges Jahr für den Löschzug Laggenbeck. Einige Kameraden hatten die Gelegenheit an einer Großübung am BOS Trainingszentrum Graf York am Möhnesee teilzunehmen. Hier konnten die Kameraden in einer Wärmegewöhnungsanlage einen realen Eindruck eines Wohnungsbrandes erleben und ihre Kenntnisse für den Innenangriff bei Brandeinsätzen vergrößern.

Das Jahr 2013 brachte eine Änderung im Fuhrpark des Löschzuges Laggenbeck mit sich. Das Löschgruppenfahrzeug LF 16 TS wurde an die Löschzüge Stadtmitte 1 & 2 abgegeben. Als Ersatz wurde ein ABC – Erkunder NRW in Dienst gestellt. Dieses Fahrzeug dient zum messen von Schadstoffkonzentrationen und Strahlungswerten bei ABC – Einsätzen und kann im gesamten Bundesland NRW zum Einsatz kommen. Zur Bearbeitung der Messaufgaben ist es mit einer umfangreichen Anzahl von Messgeräten für ABC – Einsätze ausgerüstet. Um dieses Fahrzeug effektiv einsetzen zu können, wurden viele Stunden mit der Aus- und Fortbildung der Kameraden verbracht.

Neben der Ausbildung am neuen Fahrzeug wurde der Löschzug Laggenbeck bei 30 Einsätzen tätig. Darunter einige Zimmerbrände und eine überörtliche Hilfe bei der Hochwasserlage in der Partnerstadt Dessau/Roßlau.

Auch das Jahr 2014 brachte erneut eine Änderung im Laggenbecker Fuhrpark. Nach 11 Jahren Einsatz im Löschzug Laggenbeck und insgesamt 29 Jahren in der Feuerwehr Ibbenbüren, wurde das Löschgruppenfahrzeug 16 durch ein Neufahrzeug ersetzt. Am 28. November 2014 wurde ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 10 in Dienst gestellt. Das Fahrzeug verfügt über eine Pumpenleistung von 2000 l/min bei 10 bar Nennförderdruck und bietet 9 Kamerdinnen und Kameraden Platz. Neben der Beladung für die Brandbekämpfung und die kleine technische Hilfe verfügt das Fahrzeug über einen pneumatischen Lichtmast und einen hydraulischen Rettungssatz, bestehend aus Schere, Spreizer und drei Rettungszylindern. Auch in die Aus- und Fortbildung an diesem Fahrzeug wurden einige Stunden investiert, um im Einsatzfall alle Möglichkeiten des Fahrzeuges aus zu schöpfen. Das HLF 10 wird seit in Dienststellung als erstausrückendes Fahrzeug verwendet.

Neben der Änderung im Fuhrpark wurde der Löschzug Laggenbeck zu insgesamt 42 Einsätzen alarmiert. Darunter mehrere Einsätze als Teil des ABC – Zuges der Feuerwehr Ibbenbüren sowie zu mehreren Unwetterlagen im Stadtgebiet Ibbenbüren und Bränden. Eine besondere Einsatzlage war der Dachstuhlbrand der Bergapotheke an der Laggenbecker Straße. Hierbei kam die gesamte Feuerwehr Ibbenbüren und die Feuerwehr Mettingen zum Einsatz, um den Brand nach mehreren Stunden zu löschen.

Das Jahr 2015 brachte eine Vielzahl von Einsätzen für den Löschzug Laggenbeck mit sich. Mit 52 Alarmierungen wurde der Löschzug im Durchschnitt fast in jeder Kalenderwoche einmal alarmiert. Der Schwerpunkt lag 2015 im Bereich technische Hilfe. 29 Einsätze wurden in diesem Bereich des Feuerwehrhandwerks gefahren. Darunter auch ein schweres Zugunglück auf der Bahnstrecke Osnabrück/Rheine. Bei, dem 2 Personen an der Einsatzstelle verstarben und unzählige verletzt wurden. Auch der ABC – Erkunder kam bei mehreren Brandeinsätzen zum Einsatz, um die Schadstoffbelastung zu messen. Hierbei ist im Besonderen der Brand eines Logistikunternehmens in Lotte zu nennen. Dies war der erste Einsatz für den ABC – Erkunder und seine Besatzung, in Zusammenarbeit mit dem Fachzug Umweltschutz des Landkreises Osnabrück, der die Leitung des Abschnittes Messen übernahm.

Nach der großen Anzahl von Einsätzen im Jahr 2015, verlief das Jahr 2016 mit 31 Alarmierungen für den Löschzug Laggenbeck eher ruhig. Auch im 2016 zeigte sich, dass technische Hilfe Leistungen immer öfter für Alarmierungen der Feuerwehr sorgen. 19 Einsätze fuhr der Löschzug Laggenbeck in diesem Bereich des Feuerwehrhandwerks. Darunter mehrere Einsätze nach Unwetter im Stadtgebiet Ibbenbüren und einen Einsatz in der Nachbarstadt Tecklenburg, zur Unterstützung der Einsatzkräfte vor Ort. Die weiteren Alarmierungen wurden durch sieben Brandeinsätze, zwei ABC-Einsätzen und drei Brandmeldeanlagen ausgelöst. Neben der Bewältigung der 31 Einsätze wurden viele Sonderdienste zur Weiterbildung und ein Tag der offenen Tür rund um das Gerätehaus durchgeführt.

Im Jahr 2017 wurde der Löschzug Laggenbeck 45 mal alarmiert. Wie in den Vorjahren zeigte sich wieder, dass die technische Hilfeleistung eine der Hauptaufgaben war. 23 Alarmierungen fielen in den Bereich der technischen Hilfeleistung, 11 in den Bereich Brandeinsatz, 6 mal wurden Teile des Löschzuges zu einer ABC-Lage alarmiert und 5 mal waren ausgelöste Brandmeldeanlagen der Grund für die Alarmierung. Neben den Einsätzen wurde wieder eine Vielzahl von Sonderdiensten zur Aus- und Fortbildung durchgeführt. So konnten einige Kameraden, zusammen mit Teilnehmern aus den weiteren Löschzügen der Feuerwehr Ibbenbüren, an einen Übungstag am Außengelände des Instituts der Feuerwehr in NRW teilnehmen. Hierbei konnten die Teilnehmer unter realistischen Bedingungen Übungen durchführen.


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